Querelen und Intrigen beim 1. FC Köln

Der 1. FC Köln war intern immer schon ein Hort für Unruhen, Machtkämpfen, Intrigen, Eitelkeiten und interne Aussagen, die an die Presse weitergegeben wurden. Auch diese Vorkommnisse sind fester Bestandteil der Kölner Sportgeschichte. Hier ein aktueller und ein alter Fall.

Der aktuelle Fall

Der jüngste Vorgang betrifft den Rücktritt des Präsidenten Werner Spinner. Geschäftsführer Armin Veh hatte im TV erklärt, dass es ein irreparables Problem im Klub und einen Vetrauensverlust gibt. Gegenüber welcher Person sagte Armin Veh jedoch nicht, aber drei Tage nach seiner Aussage trat der 70-jährige Präsident von seinem Amt zurück.

Spinner hatte dem Vizepräsidenten Ritterbach aus seinem Urlaub eine Sprachnachricht hinterlassen, die allerdings unterschiedlich interpretiert wird. Laut Spinner und Ritterbach sollten nach dem Spiel gegen Ingolstadt Entlassungen anstehen. Entweder Trainer Anfang oder der Geschäftsführer Veh. Wem gekündigt werden sollte, wollte Spinner ihm (Ritterbach) und seinem Kollegen Toni Schumacher überlassen. Mittlerweile ruderte der zurückgetretene Präsident zurück und erklärte, dass er das so nicht gemeint habe, auch wenn das Wort Entlassung gefallen sei.

Vize-Präsident Ritterbach meinte, dass Präsident Spinner selbst, trotz aller Verdienste in den vergangenen Jahren, mittlerweile selbst das Problem sei.

Die Entlassung Daums bei der WM 1990

Ende der Achtzigerjahre war der 1. FC Köln unter dem Trainer Christoph Daum sportlich so erfolgreich wie lange nicht mehr zuvor und auch danach. Zwei Vizemeisterschaften und der Einzug ins Halbfinale des UEFA Cups erzeugten eine große Euphorie und man sah sich mit dem Branchenprimus FC Bayern auf Augenhöhe.

Da tauchte plötzlich der Vorstand des FC, Dietmar Artzinger-Bolten mit Gefolge, im Trainingsquartier der deutschen Nationalmannschaft während der Fußballweltmeisterschaft 1990 in Erba (Italien) auf und erklärte den verdutzten FC-Spielern Littbarski, Ilgner, Häßler und Steiner, dass Christoph Daum in der nächsten Saison nicht mehr ihr Trainer sein würde. Dies geschah alles ohne Absprache mit Franz Beckenbauer, dem damaligen Teamchef, der diese Begegnung so sicherlich nicht zugelassen hätte. Der Zeitpunkt war wohl so gewählt, dass die Mannschaft nicht zusammen dagegen protestieren konnte.